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Kempers Feuer brennt noch

Das Sportporträt:

DORSTEN Bruno Kemper hat den Dorstener Basketball geprägt wie kaum ein anderer. Heute wird der Vorsitzende der BG Dorsten 60 Jahre alt und hat damit sogar ein wenig zu kämpfen.

Einer der schönsten Momente in Bruno Kempers Basketball-Karriere als Spieler und Funktionär: der Derbysieg in Wulfen Anfang des Jahres. (Foto: Niehuis)

„Die Zahl kommt mir so hoch vor, dabei fühle ich mich nicht so alt. Ich kann mich noch genau an meinen 50. erinnern, das ist gar nicht so lange her“, sagt Kemper.
In seinem Beruf als Garten- und Landschaftsarchitekt steht er immer an vorderster Front, und so ist es auch bei der BG Dorsten. Der Basketball und Bruno Kemper sind erst relativ spät aufeinander getroffen. Engelbert Sanders hatte Mitte der 60er Jahre die Abteilung beim BVH Dorsten gegründet: „Mein Bruder Josef war ein paar Mal dort beim Training und hat mich dann mitgenommen.“ Aufgrund seiner Größe war Bruno Kemper sehr willkommen und ging dann 1966 seine Beziehung mit der orangenen Lederkugel ein. In der Wilhelmschule traf er Rolf Rommeswinkel und auch Alois Buschmann, beide bis heute Weggefährten durch seine sportliche und organisatorische Karriere bei der BG Dorsten.

Basketballer-Familie

Die BVH-Basketball-Abteilung war sehr erfolgreich. Man stieg aus der Kreisklasse in die Regionalliga auf und kratzte in den 70ern auch an der Tür zur 2. Bundesliga. Es passte auch ganz gut, dass Engelbert Sanders eine Damenmannschaft ins Leben rief. In dieser spielte nämlich Bruno Kempers heutige Frau Karin, die er mit 18 kennenlernte: „Heute sind wir 40 Jahre verheiratet. Eine Frau, die nichts mit Basketball zu tun gehabt hätte, wäre auch nicht lange bei mir geblieben.“
Bruno Kempers Leben war damals klar strukturiert. An drei Abenden war er in der Abendschule, um das Fachabitur zu machen, an drei Abenden wurde trainiert und einmal pro Woche gab es ein Meisterschaftsspiel. Viel Zeit für Privates blieb da nicht.
So war es gut für das Familienleben, dass auch die beiden Töchter Lena und Birthe sowie Sohn Bennet schon als Kinder Basketball spielten und es heute immer noch tun.

Fließender Einstieg

Der Einstieg in den Vorstand war ein fließender: „Schon in den frühen Jahren waren Rolf, Alois, Engelbert und ich immer auch im Vorstand. Im Jahr 2000 bin ich dann Vorsitzender geworden.“
In dem Jahr kam es auch zu der Entscheidung, die Damenmannschaft nach oben zu bringen: „Früher konnten die Herren Regionalliga spielen und die Damen in der 2. Bundesliga. Da gab es kein Geld, das war nun aber ganz anders.“

Bis nach Orenburg

Die BG sicherte sich die Erstliga-Lizenz von Recklinghausen und Kemper baute mit vielen Sponsoren eine erfolgreiche Damenmannschaft auf. Er erlebte viele Höhepunkte: „Wir sind Pokalsieger geworden und ein paar mal Vizemeister. Das Europapokalspiel in Orenburg war ein Erlebnis und auch das Heimspiel gegen Istanbul.“
Es folgte aber eine der schwersten Entscheidungen in der Geschichte der BG Dorsten. Im Jahre 2007 beschloss der Vorstand, die Damenmannschaft aus der ersten Liga zurückzuziehen: „Wir hatten nur noch ausländische Spielerinnen. Aus unseren Jugendmannschaften kam nichts nach. Ich musste wieder rund eine halbe Million Euro für die neue Saison auftreiben. Die Frage nach dem Warum stellte sich bei mir immer wieder.“ Nach einigen schlaflosen Nächten folgte die Entscheidung, die ihm heute immer noch viele krumm nehmen, die Bruno Kemper aber immer noch verteidigt: „Das hat der BG das Leben gerettet, meiner Firma und vielleicht auch mir.“
Nach einigen Spar-Jahren hat die BG nun die Herren in die 2. Bundesliga gebracht. Ein Projekt, das auf gesunden Füßen steht, denn Jahr für Jahr schaffen es auch Nachwuchsspieler in den Kader der ersten Mannschaft. Eine Entwicklung, die Kemper sehr viel Freude bereitet.

Fußgängerzone gebaut

Die beruflichen Erfolge waren ihm aber auch immer wichtig, denn er hat einige sehr angesehene Projekte betreut. Momentan beginnt der Bau eines Fußballplatzes an einem Berliner Einkaufscenter. „Schon mein erstes Projekt hat aber gezeigt, dass ich immer auch für Dorsten gearbeitet habe. Als Bauleiter für meinen damaligen Arbeitgeber habe ich die Dorstener Fußgängerzone gebaut.“
Das Geburtstagskind sieht sich ohnehin als Dorstener durch und durch. „Wenn ich drei Tage in Berlin war, bin ich froh, wieder hier zu sein.“ Immer wieder stellt er dann seine Dienste auch unentgeltlich zur Verfügung wie beispielsweise bei der Planung am Schulhof des Gymnasiums Petrinum oder des Bürgerparks.
Eigentlich sollte es im Sommer dieses Jahres zur Zäsur kommen. In der Firma wartet Bruno Kemper noch, bis Sohn Bennet sein Studium beendet hat und übernimmt. Bei der BG Dorsten könnte auch Schluss sein. Muss es aber nicht, denn bei Bruno Kemper brennt immer noch ein Basketball-Feuer. Auch mit 60 und wahrscheinlich auch noch viele Jahre länger.

 
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